

„Still, alles wird nun still. Der Sturm um mich herum wird gezähmt durch deinen Namen.“
Beben, Ecclesia Worship (Tremble, Mosaic MSC)
Ach und die Wäsche darfst du nicht vergessen zusammenzulegen und die Einkaufsliste muss geschrieben werden…… Schau doch mal nach, wie viel ein neues Sieb kostet, um das nächste Mal leichter Apfelsaft machen zu können. Ist das nicht heute hier etwas arg still, was machen die Kinder eigentlich…?
Kennst du solche Situationen? Du freust dich, dass du gerade einen Moment vollkommener Stille erlebst und im nächsten Moment ist die Stille vorbei, denn in deinem Kopf beginnt das Gedankenkarusell lautstark zu kreisen. Die vollkommene Stille wird von innerer Unruhe abgelöst, sodass man den Moment nicht genießen kann. Mir geht es immer wieder so. Im Alltag mit zwei Kleinkindern und einem Baby gibt es selten Momente der vollkommenen Stille und wenn es ihn mal gibt, dann macht der eigene Kopf einen Strich durch die Rechnung.
Seit einiger Zeit stehe ich morgens um ca 5.30 Uhr auf, um meinen Tag in Gottes Gegenwart und in der Stille zu starten. Für mich als Nicht-Frühaufsteher war das ganz lange undenkbar, doch im August wurde ich von Gott herausgefordert dies zu starten, als wir in der Gemeinde die „21 Tage des Gebets“ hatten und jeden Morgen in der Zeit von 6-7 Uhr gebetet wurde. Ich ließ mich darauf ein und erlebte unglaublich segensreiche Zeiten, die mir so oft Kraft für den Tag verliehen. Selbst über die 21 Tage hinaus mache ich das weiter. Doch irgendwann schlich sich ein, dass ich plötzlich ständig abgelenkt war und mein Handy in die Hand nahm, weil ich dies oder jenes „mal schnell“ nachgucken wollte.
Ich finde es so erstaunlich, dass wir in den Momenten, in denen wir geistlich am Nächsten an Gott sind doch am Meisten Angriffe des Teufels erleben.
In Matthäus 4, 1-11 ist Jesus in der Wüste. Er wird dort vom Geist hingeführt, um vom Teufel versucht zu werden. Das allein ist schon eine heftige Aussage – er wird an einen Ort gebracht, um versucht zu werden. Nachdem er 40 Tage lang gefastet hat, kannst du dir sicher vorstellen, das er einen großen Hunger hatte und der Teufel kommt und versucht ihn zu überzeugen, das er aus eigener Kraft alles kann. Er kommt und schmeichelt ihm mit seiner Position („Du bist doch der Sohn Gottes…“) und greift ihn an den Punkten an, in denen er in dem Moment vulnerabel ist. In seinem Hunger, im Spiel mit seinem Leben und dem Verlangen nach Macht. Alles drei sehr menschliche Bedürfnisse. Statt dem nachzugeben, antwortet Jesus mit der Heiligen Schrift, mit dem über allem stehenden Wort Gottes. Für jede Versuchung hat er das Wort Gottes, das er dem Teufel entgegenhalten kann. Hammer, oder?!
Da können wir uns echt alle eine Scheibe von Jesus abschneiden. Er ist so tief in der Schrift verankert, dass er über seine menschlichen Bedürfnisse hinweg mit dem kontert, was Gottes Anweisungen für unser Leben sind. Ja, er hätte sich garantiert selbst Brot machen können, sagt aber, dass er nicht vom Brot allein lebt, sondern von Gottes Zusagen. Er wurde vom Geist in die Wüste geleitet und lässt sich auch in der Versuchung vom Geist leiten. Er stellt sich auf die Zusagen und Verheißungen Gottes und ist tief verankert in dem Wissen, das Gott über allem steht.
Mir fällt das oft nicht so leicht zu erkennen, wo ich gerade angegriffen bin, wo der Feind mich aus der Wahrheit zerren will, dass ich Gottes geliebte Tochter bin. Auch in diesen morgendlichen Momenten habe ich gemerkt, dass er mich davon abhalten will, ganz nah an Gottes Wort zu sein. Nur in seinem Wort und nah an seinem Herzen kann ich seinen perfekten Willen für mein Leben erkennen und wirklich frei werden. Immer wieder falle ich das Denken, dass ich es aus eigener Kraft schaffen muss – selbst das Bibellesen und Beten. Mein Trick, um mich nicht von meinen Gedanken in diesen Moment ablenken zu lassen? Ich klebe mir einen Post-it neben mich und alle Gedanken, die mich ablenken wollen, schreibe ich mir auf, um mich später darum zu kümmern (manchmal merke ich später, dass sie größtenteils unwichtig sind). Ich finde es genauso herausfordernd mir bewusst Momente der Stille zu nehmen und merke doch, dass selbst fünf Minuten Stille vor Gott mich erbauen und Kraft für den Tag schenken können.
Wo bist du heute herausgefordert? Wo und wie ist Stille für dich möglich?