So schlimm war das, was ich gesagt habe, doch gar nicht. Ich habe es doch nicht so gemeint… Hast du diesen Satz schon mal gesagt oder gehört?

Wenn ich diese Aussage lese oder höre, löst das direkt eine tiefe Traurigkeit in mir aus. Diese Aussage kommuniziert so viel Unverständnis dafür, wie die eigenen Worte bei anderen Menschen ankommen. Die Aussage soll etwas zuvor Gesagtes verharmlosen. Den Worten soll die Wucht genommen werden. Das Problem an dem Ganzen ist, dass hierbei vergessen wird, dass Dinge, die ich als harmlos sehe nicht unbedingt harmlos für den Anderen sind. Wir reden und hören durch den Filter unseres Erlebens. Das heißt wir als Menschen stehen vor zwei Herausforderungen. Wenn wir hören, sollten wir immer im Blick haben, dass unser Erleben unser Hören definiert (der Andere steckt nicht in unserem Erleben) und wenn wir reden steht jemand vor uns, der etwas anderes erlebt hat. Doch unser Erleben muss nicht die Grenze sein. Wir als Gottes Kinder dürfen aufstehen und den Heiligen Geist suchen. Er möchte uns leiten und begleiten. Er möchte unsere Gespräche führen.

In Jakobus 3 ist ein so kraftvoller Text. Wir sind alles Menschen, die in einer kaputten Welt leben. Keiner von uns kann behaupten, dass er noch nie ein verkehrtes Wort gesagt hat. Es ist erstaunlich, was für ein kleines Organ unsere Zunge ist, die aber so eine große Wirkung haben kann. Sie ist wie ein kleiner Funke, der einen ganzen Wald in Brand setzen kann. Unsere Worte können aufbauen und zerstören. Im einen Moment loben wir Gott und im nächsten Moment reden wir schlecht über unsere Mitmenschen. Ist das nicht zutiefst paradox? Wie kann das sein? Aus einer Quelle kommen auch nicht zugleich frisches und ungenießbares Wasser. Meine Überzeugung ist, je mehr ich lerne mein altes Ich abzulegen, meine Erfahrungen, Blicke und Worte, die über mir ausgesprochen wurden vor Gottes Füße zu schmeißen, umso mehr Raum und Möglichkeit hat der Geist in mir zu wirken. Ich sehne mich danach mich innerlich so vom Geist leiten zu lassen. Er soll mir zeigen, wie ich mein Gegenüber ermutigen kann und wie ich sie in Liebe ermahnen kann und wo er durch mich Fehlverhalten ansprechen will.

Hier ein paar Gedanken für dich:

Wo sind deine Worte zerstörerisch gewesen? Hast du versucht diese Worte zu verharmlosen? Bitte heute den Heiligen Geist dir aufzuzeigen, wo du keinen guten Umgang mit Worten deinen Mitmenschen gegenüber hattest. Gehe mutig Schritte, indem du die Person um Vergebung bittest.

Der Heilige Geist ist unser Helfer, Tröster und Ermutiger. Er möchte aus uns das herausholen, was Gott in uns hineingelegt. Dazu braucht es zuerst unseren Schritt, dass wir uns ihm vertrauen und ihm vollkommen hingeben.